Musikschrank Rheingold

Musikschrank Rheingold



Title: Musikschrank Rheingold
Title: Installation mit Radio und Internet
Author: Goebel, Johannes; Belschner, Torsten; Sturm, Bernhard
Date: 1999
Type: Sound
Abstract: Ein Besucher der Installation »Musikschrank Rheingold« betritt ein typisches Wohnzimmer der 1950er Jahre. Im Herzen des Raumes ist der »Musikschrank Rheingold«, ein Radiophonograph aus dieser Zeit, installiert und voll funktionsfähig. Alle Radiosender sind Live-Streams aus aller Welt, die über das Internet übertragen werden. Wählt man den Plattenspieler als Quelle, können alte Sendungen aus entfernten Audioarchiven gehört werden. »Musikschrank Rheingold« ist als Kommentar gedacht: Die meisten Radiosender, die heute über das Internet empfangen werden, haben Klangqualitäten wie FM, AM oder SW. Sie funktionieren nach wie vor als Einbahnstraße zwischen Sender und Zuhörer, obwohl Zweiwege-Features wie E-Mail oder Chat-Räume hinzugefügt wurden. Die alten Paradigmen der Informationsverteilung sind nach wie vor gültig, mit dem Unterschied, dass es nun prinzipiell jedem möglich ist, über das Internet zu „senden“. Wie werden sich Technologie und Inhalte gegenseitig beeinflussen? Das alte Radio entpuppt sich auch als schönes Interface für das Web: Aus der verworrenen Topographie des Internets vorselektierte Radiosender werden „linearisiert“ und können durch Manipulationen an einem für Hände, Augen und Ohren perfekt gestalteten 3D-Gerät erreicht werden. Rheingolds Hardware musste an einen Computer angepasst werden und die Software wurde kundenspezifisch entwickelt. Sie nimmt die Eingaben der Benutzer von den verschiedenen Radiobuttons und Zifferblättern des Radiophonographen entgegen, die angetippt wurden. Die Daten werden verarbeitet und lösen eine der URLs der Internetradiostationen aus einer Datenbank aus. Der zurückgegebene Audio-Stream wird in Echtzeit mit gefiltertem Rauschen gemischt, um das Nichts zwischen den Radiosendern zu fälschen, das vom traditionellen analogen Radio bekannt ist. Dieses Rauschen wird abwechselnd mit dem Programmmaterial der Stationen überblendet. Dieses Signal wird schließlich an den alten Röhrenverstärker des Radios ausgegeben. Ein besonderes Gimmick ist die Anbindung an das magische Auge des Radios. In seiner ursprünglichen Funktion, die Feldstärke des ausgewählten Radiosenders anzuzeigen, hilft es dem Benutzer als notwendige Hilfe bei der Suche nach einem neu gewählten Sender. (Johannes Goebel)
Extent: 00:26:55
URI: http://hdl.handle.net/10858/13605
http://hdl.handle.net/10858/13605

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